Du hast mich heimgesucht bei Nacht …

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Die Mitternachtsstunde des Christenweges steht bevor: Karfreitag! Sie trifft uns in einem Moment, in dem die von uns geschaffenen Welten zum Erliegen kommen. Eine globale Windstille herrscht. Was sich anfangs wie eine Verschnaufpause angefühlt hat, läuft Gefahr zur Zerreißprobe zu werden. Es fehlt die Absehbarkeit und das Wissen um das Nachher.  Unsicherheit lässt innere Grenzen erfühlen. Ängste werden berührt, existenzielle Ängste.

Soziale Isolation – Einsamkeit – fördert Angst. Und soziale Isolation ist was die Ohnmacht uns abverlangen.  Zeit wird zum Vakuum und das Vakuum zur Leere. Und plötzlich steht sie da, die Angst. Welch eine grossartige Herausforderung! Und welcher Tag eignet sich besser das eigene Kreuz – unserer Angst – stemmen zu lernen, als die menschliche Mitternacht!

Angst verhüllt unser Leben. Unsere Zeit zwischen Geburt und Tod droht uns zu entgleiten, ungelebt an uns vorbei. Diese Angst ist viel größere, als die Angst vor materiellen Verlusten. Es ist eine globale Menschenangst der Zukunft. Eine Angst, die sich in der Menschheit immer mehr ausbreitet wird und wir erahnen sie wenn wir vom Leben abgeschnitten werden.

Angst droht zur Resignation, Resignation zu Depressionen zu werden. Wir sitzen buchstäblich im Dunkeln. Unsere Mitternacht ist eingebrochen. Der globale Ausnahmezustand zwingen uns in unsere individuelle Auszeit. Und diese Auszeit ist eine einzigartige Gelegenheit unserer Angst zu begegnen!

Lassen Sie sie kommen, Ihre Angst! Und wenn sie da ist – ihre Angst – lege ich Ihnen nahe sie einfach einmal auszuhalten! Haben Sie Vertrauen! Denn sie tut Ihnen nichts, ihre Angst! Sie ist ein Bote ihres ungelebten Lebens. Sie will gehört werden und ich lade Sie ein am Karfreitag ihrer Angst einfach mal zuzuhören, nichts anderes, nur zuhören.

… und bist mir geblieben, bis ich Dich erlöst habe!