Worum es geht

Sozialagrikultur leitet sich von Sozialer Landwirtschaft ab (Engl. Social Farming, Care Farms, Green Care). Hinter diesen unterschiedlichen Bezeichnungen bildet sich eine große internationale Bewegung ab, die in Landwirtschaft mehr erkennt als nur Lebensmittelproduktion. Bei den meisten dieser Initiativen geht es darum, dass Themen und Aufgaben der Sozialarbeit und Sozialpädagogik stationär auf einen Bauernhof transferiert werden. Die Natur, die Arbeit mir Ihr, die Tiere, der Kontakt zur Bauernfamilie und die Einbindung in feste Tages- und Familienstrukturen sind Schlüsselfaktoren für eine mögliche positive integrative Entwicklung für Menschen mit besonderen sozialen Bedürfnissen.

Diese Qualitäten bäuerlichen Lebens werden in der Sozialagrikultur mit den Ansprüchen, Bedürfnissen und Möglichkeiten bio-dynamisch ausgerichteter Bauernbetrieben verbunden in Richtung gemeinwesenunterstützte Agrikultur. Einsatzmöglichkeiten für Menschen mit besonderen Bedürfnissen stellen jedoch auch bei der Sozialagrikultur eine Möglichkeit gegenseitigen Unterstützens dar. Natur, Kultur und menschliche Bedürfnisse werden verbunden.

Wozu Sozialagrikultur dient

Sozialagrikultur dient dem Aufbau gemeinwesenunterstützte Agrikultur und der bewusst zu gestalteten Beziehung Mensch – Natur. Menschen erleben Natur und den Ursprung unserer Nahrung durch entsprechendes Engagement. Bauernbetriebe werden möglichst lokal resp. regional in größere Gemeinwesen eingebunden und so zugehörig. Statt für unbekannte Kundschaft wird für lokale ‚Bekannte’ angebaut, die wiederum die Bäuerinnen und Bauern in den Notwendigkeiten ihrer Arbeit unterstützten.

Wann Sozialagrikultur sinnvoll ist

Sozialagrikultur kann helfen wenn es darum geht

  • ein integrales Naturverständnis zu fördern
  • die Agrikultur praktisch näher zu bringen
  • eine gemeinwesenunterstützte Agrikultur aufzubauen
  • In Richtung lokaler resp. regionaler Ernährungssouveränität zu wirken

An wen sich Sozialagrikultur richtet

Sozialagrikultur richtet sich einerseits an die Bewohnerinnen und Bewohner eines Gemeinwesens und einer Region und andererseits an die Landwirtschaft gerade auch an

  • Menschen, die sich für die heilenden Kräfte der Natur interessieren
  • Menschen denen Landwirtschaft nicht genug ist, die Agrikultur wollen insbesondere
  • Bäuerinnen und Bauern bio-dynamischer Gutsbetriebe, die an einer Einbindung in ein Gemeinwesen interessiert sind
  • Menschen mit wenig Natur- und Umweltbezügen
  • Menschen mit Anschlussschwierigkeiten
  • Menschen, die eine gemeinwesenunterstützte Agrikultur aufbauen wollen
  • Lokale, regionale und nationale Landwirtschaftsverbände
  • Vertreterinnen und Vertreter einer Region

Methoden und Umfang

Einsteigend in das Thema Sozialagrikultur wird die lokale (und regionale) landwirtschaftliche Versorgung erfasst (dazu gehört ebenso die Forstwirtschaft wie die Wasserversorgung). Das Potential der Ernährungssouveränität wird ebenso angegangen, wie das der Versorgung mit erneuerbaren Energien (durch die Landwirtschaft). Der Aufbau einer gemeinwesenunterstützter Agrikultur verbindet sich mit lokaler Sozialökonomie.

Der Umfang richtet sich nach dem Auftrag.