Ich im Wir

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Auch Zweckgemeinschaften unterliegen zwischenmenschlichen und gruppendynamischen Prozessen. Heere Ziele verhindern Konflikte eben so wenig wie kollegiale Absichten. Wo innovative Menschen zusammenkommen und gestaltend aktiv werden, prallen starke Persönlichkeiten und somit Ansichten, Absichten und Vorstellungen aufeinander. Die Reibungen können mit der Zeit zu Irritation führen, die Irritationen in Konflikte ausarten. Klarheit im Gemeinschaftszweck und entsprechende Strukturen, Bewusstsein für das eigene Wesen und – wenn alle Stricke reißen – Kompetenzen in der friedlichen Konfliktlösung sind die besten Umgangsformen.

Klarheit im Zweck und sinnvolle Strukturen werden geschaffen, in dem die Gemeinschaft die Initiative in den richtigen Kontext stellt, entsprechend ausstattet und der Aufgabenerfüllung den richtigen Rahmen gibt, so dass die Initiative umsetzbar wird und wachsen kann. Woher kommt der Impuls für die Initiative? Woraus wird auf die Notwendigkeit geschlossen? Wie sind die Menschen mit der Initiative verbunden? Welche Kompetenzen  werden gebraucht? Wie viel individuelle Freiheit brauchet es und an welchem Ort? Dies ist nur ein Teil der Fragen, die es zu beantworten gilt.

Bewusstsein für unsere ‘Dreifaltigkeit’ (Rudolf Steiner beschreibt drei Persönlichkeitsaspekte, die uns Menschen eigen sind) hilft zu erkennen, wer (in uns) jeweils agiert oder reagiert und worauf. Die drei Persönlichkeitsaspekte (Schatten, Doppelgänger und Ich) erkennen und damit konstruktiv arbeiten lernen hilft nicht nur in der Aufgabenerfüllung unnötige Reibereien zu verhindern; viel mehr noch, wir lernen uns kennen und können uns als Mensch besser erfüllen. Denn zur Aufgabenerfüllung einer Gemeinschaft gehören eben nicht nur bewusst gemeinschaftlich gesteckte Ziele sondern auch das Mensch werden mit und durch einander. Welche Persönlichkeitsanteile leben in mir? Wie erkenne ich sie? Wie gehe ich am sinnstiftendsten mit Ihnen um? Wie bringe ich sie in ein konstruktives Ganzes? Diese und andere Fragen gilt es sich bewusst zu machen, damit sie in Konfliktsituationen nicht zum Stolperstein werden. Ein vertieftes Verständnis für die eigenen Persönlichkeitsaspekte soll mit der von mir entwickelten Methode des TRIALOG geschaffen werden.

Kompetenzen in der friedlichen Konfliktbewältigung schließlich gehören zum Repertoire zukunftsfähiger Zweckgemeinschaften. Wissen um die Entstehung von Konflikten hilft zu präventiven Massnahmen. Wissen um die Kompetenz der Bearbeitung nimmt die Angst vor Konflikten und Krisen. Es gilt sich als Gemeinschaft gemeinsam resilient im Umgang mit Konflikte und Krisen zu machen bevor sie die gemeinsame Arbeit bedrohen oder gar zerstören. Besser frühzeitig lernen (mit TRIALOG) als zu spät reagieren!